Nach der Deutschen Meisterschaft ging es vom 3. bis 9.August für mich direkt zum nächsten großen Highlight: meiner ersten Jugendweltmeisterschaft in Aarhus, Dänemark.
Und schon der Start der WM war etwas ganz Besonderes. Bei der Eröffnungszeremonie kamen die verschiedenen Nationen mit ihren Flaggen zusammen. Überall liefen Segler mit Länderflaggen herum und man hat direkt gemerkt: Das hier ist eine ganz andere Veranstaltung als eine normale Regatta. Danach ging es in eine große Bootshalle, wo für alle ein großes Buffet aufgebaut war. Spätestens da war klar, dass diese Woche ziemlich cool werden würde.
Ich war mit dem Verband Brandenburger Segler, kurz VBS, bei der WM dabei. Wir wohnten in einem Gästehaus, das ungefähr fünf Minuten mit dem Auto vom Hafen entfernt war. Jeden Morgen ging es zum Hafen, Boote aufbauen, Besprechung machen und anschließend raus aufs Wasser.
Gesegelt wurde auf der Ostsee. Insgesamt gab es vier Fleets: Gold, Silber, Bronze und Emerald. Vier Fleets auf einmal waren für mich eine neue Erfahrung. Zwei kannte ich schon, aber vier waren dann doch nochmal eine andere Hausnummer.
Auch das Niveau auf dem Wasser war deutlich höher als bei vielen Regatten, die ich bisher gefahren bin. Besonders an der Startlinie merkte man das. Bei der WM waren insgesamt 20 deutsche Ilca 4-Jungs dabei, und die Starts waren wirklich auf einem anderen Niveau. Gerade an den ersten Tagen bin ich mit der Startlinie überhaupt nicht klargekommen. Wirklich überhaupt nicht.
Aber genau daraus habe ich sehr viel gelernt. Ich habe im Laufe der Woche immer besser verstanden, wie man sich an der Startlinie positioniert, wann man losfahren muss und wie man sich gegen die anderen Boote behauptet. Am letzten Tag hat es dann plötzlich richtig gut funktioniert. Ich hatte gute Starts und habe gemerkt: Jetzt habe ich verstanden, wie das funktioniert. Diese Erfahrung kann ich hoffentlich bei den nächsten Regatten direkt mitnehmen.
Auch beim Wind war die WM ziemlich abwechslungsreich. Insgesamt hatten wir Bedingungen zwischen etwa 4 und 26 Knoten. Am Anfang waren bis zu 26 Knoten dabei, während es gegen Ende immer weniger wurde. An zwei Tagen mussten Wettfahrten sogar wegen zu wenig Wind abgebrochen werden.
Am Ende wurde ich 286. von 294 Teilnehmern. Natürlich ist das Ergebnis nicht das, was ich mir erhofft hatte. Trotzdem war die WM für mich persönlich ein riesiger Gewinn. Es war meine erste Weltmeisterschaft und damit auch meine erste richtige Erfahrung mit einem so großen internationalen Feld.
Vor allem habe ich gemerkt, wie viel man bei so einer Veranstaltung lernen kann. Die Startlinie, die verschiedenen Bedingungen, das hohe Niveau und natürlich die vielen Segler aus unterschiedlichen Ländern waren eine komplett neue Erfahrung.
Die Jugendweltmeisterschaft in Aarhus war deshalb für mich nicht einfach nur eine Regatta mit einer Platzierung am Ende. Es war vor allem eine Woche, in der ich sehr viel gelernt habe – und bei der ich nebenbei auch noch ziemlich viel Spaß hatte.
Und mal ehrlich: Wenn man morgens fünf Minuten zum Hafen fährt, sein Boot aufbaut, mit Seglern aus aller Welt aufs Wasser geht und danach wieder zurückkommt, kann man sich über eine ziemlich coole erste WM wohl nicht beschweren.
Euer Leo (ILCA4 GER219118)







